Sie sind hier: Turnen und Leichtathletik / Leichtathletik / Aktuelles / 05.08. / DM Jena
Freitag, 18. Mai 2012

06.08. / Vom Winde verweht - die Leiden des jungen Schwarze / Deutsche Jugendmeisterschaft in Jena

Dennis und Leonie bei der DM in Jena
Vorlauf 100m der mJA
Leonie führt as Verfolgerfeld über 3000m an
200m Vorlauf- bester Lauf des Jahres für Dennis
Zieleinlauf des B-Finales, Dennis knapp Dritter
Goethe, Schiller, Leonie und Dennis in Weimar

Kein Glück in der Windlotterie für Dennis Schwarze, zweimal mit Abstand die schlechtesten Bedingungen gezogen - A-Finale über 200m um zwei Tausendstel verpaßt - Am Ende elfter Platz in Deutschland -  Leonie Bauer hält bei ihrer ersten DM über 3000m mit

Mit guten Leistungen warteten die Riedericher Nachwuchsathleten bei den 70. Deutschen Jugendmeisterschaften in Jena auf - am Ende blieb jedoch etwas Enttäuschung übrig, da der ständig wechselnde Wind maßgeblich Einfluß nahm, und Glück mehr als Können benötigt wurde. Leonie Bauer nahm an ihrer ersten Deutschen Meisterschaft über 3000m teil, ging etwas zu schnell an und belegte am Ende mit 10:48,29min Platz 23 im Finale der weiblichen B-Jugend. Eine ordentliche Leistung für ihren ersten Start bei einer DM, bescheinigte ihr auch der Landestrainer. Über 100m der männlichen Jugend A erwischte Dennis Schwarze im Vorlauf nicht den allerbesten Tag, lief etwas verkrampft und kam nach 11,33sek ins Ziel. Mit einem Gegenwind von -1,9m hatte er im sechsten Vorlauf mit Abstand die schlechtesten Bedingungen gehabt, in anderen Vorläufen gab es sogar Rückenwind. Über 200m war Dennis Schwarze war mit der sechstbesten Meldezeit nach Jena gereist und machte sich schon in seinem ersten A-Jugendjahr Hoffnungen auf das Finale. Da aber alle 33 Läufer leistungsmäßg sehr eng zusammenlagen, war auch ein Quäntchen Glück und ein guter Lauf vonnöten um das zu packen. Im fünften Vorlauf ging der junge Ermstäler sehr konzentriert und mutig an und hatte bereits eingangs der Zielgeraden den im DLV vor ihm liegenden Yannick Hoecker, MTG Mannheim überlaufen,  gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab und stürmte als Sieger in 22,15sek ins Ziel. "Als ich auf die Zielgerade kam, dachte ich ich laufe gegen ein Wand und mußte daher kürzere Schritte machen um die Geschwindigkeit zu halten, da der Wind mich fast umdrückte", war erläuterte Dennis nach dem Lauf. Trainer Rainer Haas war überzeugt, den besten Lauf in diesem Jahr von seinem Schützling gesehen zu haben, und hoffte auf das A-Finale. Mit 2,7m Gegenwind pro Sekunde hatte Dennis im letzten Vorlauf die schlechtesten Bedingungen aller Läufe, die teilweise einen Meter und sogar im zweiten Vorlauf fast zwei Meter bessere Bedingungen hatten, was sich noch dramatisch auswirken sollte. A- oder B-Finale, das war jetzt die große Frage. Die Gesamtergebnisse der Vorläufe ergaben Platz acht für Dennis Schwarze, jedoch hatte Luca Willmann vom SV Werder Bremen mit 22,15 in Vorlau zwei, dem Lauf mit 1,9m weniger Gegenwind exakt die gleiche Zeit vorzuweisen. Wer also war nun im Finale ? Klar ist, daß die Leistung von Dennis Schwarze unter den wesentlich schlechteren Bedingungen besser war, er  hatte auch seinen Lauf gewonnen, Luca Willmann war nur Dritter. Geregelt wird das Weiterkommen in die nächste Runde über die Wettkampfregel 167. Diese besagt: "Bei Gleichstand zwischen Läufern aus unterschiedlichen Läufen ist die Qualifikationszeit auf ein Tausendstel Sekunde zu ermitteln, ergibt dies auch einen Gleichstand, dann entscheidet das Los". Äußere Bedingungen oder Platzierungen werden nicht berücksichtigt. Die Auswertung der Zielfotos ergab: Luca Willmann 22,151 und Dennis Schwarze 22,153 Sekunden, damit der Bremer im A-Finale und Dennis nur im B-Finale. Die Chancengleichheit ist damit nicht gewahrt, denn ganz grob kann ein Meter pro Sekunde mit ungefähr einer Zehntelsekunde gleichgesetzt werden. "Vielleicht muß die Leichtathletik zukünftig bei solchen großen Unterschieden die äußeren Bedingungen ähnlich wie beim Skispringen mit berücksichtigen, ich werde einen entsprechenden Antrag über Wettkampf- und Kampfrichterausschuß einbringen", hofft Rainer Haas auf eine gerechtere Regel in der Zukunft. "Bei mehr als einem Meter Differenz, muß diese Komponente bei Gleichstand doch berücksitchtigt werden. Aus dem Lauf mit der deutlich besten Windunterstützung kamen fast alle Läufer ins Finale, aus allen anderen waren es nur wenige, das beweist doch einiges". In den Finals blieben dann alle Läufer etwas unter der Vorlaufzeit, bei gleichen Bedingungen. Dennis wurde Dritter im B-Finale mit 21,40sek, also insgesamt Elfter. In der zeitliche Reihenfolge wurde er Neunter und lag vor Luca Willmann, SV Werder Bremen (8. Platz mit 21,48sek) der die zwölftbeste Zeit erzielte. Das war aber ebensowenig Genugtuung wie die Tatsache daß Dennis Schwarze Drittbester aller Läufer des Jahrgangs 1993 war.